Die Geschichte eines 1,45 € günstigen vServers

Benchmarks

Die Gesamtleistung des Servers wurde mit UnixBench ermittelt. Dabei erreichte der Server einen Gesamtscore von 1415,5 bei 4 genutzten Threads und einen Wert von 580,8 bei nur einem genutzen Thread. Das ist für die verbaute CPU ein vergleichsweise schlechter Wert. Allerdings sind die hier aufgelisteten Werte nur bedingt verlässlich, da je nach Nutzung der anderen VMs die Werte stark varieren können.

Komplette UnixBench-Ausgabe:

Beim Festplatten-Geschwindigkeitstest mit dd wurde beim schreiben von 1000 Mal 1MB ein Wert von 86.6 MB/s und beim schreiben einer 1GB großen Datei ein Wert von 96.5 MB/s jeweils als Mittelwert von zehn Durchläufen erreicht. Das ist für die verbaute HDD ein eher schlechter Wert.

Die Netzwerk-Anbindung wurder per wget getestet. Dabei liefert das Programm nach dem Herunterladen einer Testdatei die erreichte Downloadgeschwindigkiet als Ergebnis. Obwohl der Server eigentlich mit einer 1 GBit Leitung angebunden sein sollte, zeigten die Ergebnis jedoch eindeutig, dass es sich sehr wahrscheinlich nur um einen 100 MBit Leitungen handelt.

Hier die einzelnen Ergebnisse:

Wie unter dem Kapitel „Hardware und Erstinstallation“ beschrieben, wird sowohl bei Linux als auch in der Verwaltungsoberfläche SolusVM mehr Arbeitsspeicher angezeigt, als eigentlich vorhanden sein sollte. Um zu prüfen, wie viel Speicher sich allokieren lässt und wie schnell dieser ist, habe ich eine RAM-Disk erstellt und wieder mittels dd die Geschwindigkeit ermittelt.

Im ersten Test habe ich eine 512 MB große RAM-Disk erstellt, auf der anschießend 300 Mal 1 MB große Dateien geschreiben wurden. Danach habe ich eine 10 GB große RAM-Disk erstellt, auf der 1 MB große Dateien 9000 Mal geschreiben wurden. Bei beiden Tests habe ich als Ergebnis eine gute Schreibrate von 1,3 GB/s erhalten. Jedoch zeigt das Ergebnis des zweiten Tests auch, dass nur 745 MB von den 9 GB geschrieben werden konnten. Damit ließen sich statt der angezeigten 8 TB nur die vertraglich vereinbarten 1 GB allokieren. Somit stimmen auch die in SolusVM hinterlegten und von mir im Kapitel „Neuer Anbieter neue Hardware“ genannten Spezifikationen nicht.

Fazit

Schlecht konfigurierte und nicht dokumentierte Images, Images, die sich nicht nutzen lasse, falsche Angaben, fehlerhafte DNS Server Einträge und eine fehlerhafte Arbeitsspeicher Anzeige. Das ist eine absolute Katastrophe, vor der ich eigentlich warnen müsste. Eigentlich, denn 24H-Hosting bietet hier durchaus ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Bei anderen Anbietern in diesem Preissegment gibt es entweder wesentlich weniger fürs Geld oder ähnliche Probleme. Insbesondere sind viele der so günstige vServer massiv überbucht, und auch wenn die Performance angesichts der Spezifikationen schlecht ist, hatte ich dennoch nie das Gefühl, dass das hier der Fall ist. Allerdings hatte offensichtlich vor mir auch niemand die fehlerhaften DNS Server gemeldet. Also entweder halten alle anderen Nutzer ihren Server nicht aktuell oder nutzen ihn einfach nicht.

Für wichtige Webseiten oder kritische Dienste würde ich den vServer nicht nehmen, aber wer nur einen günstigen Teamspeak oder einfachen Gameserver betrieben will, der macht hier ein echtes Schnäppchen. Allerdings würde ich angesichts der ganzen Probleme auch keine teureren Produkte bei 24H-Hosting bzw. ITP-Solutions UG & Co. KG mieten. Wobei mich natürlich interessiere würde, ob der Support und technische Zustand von teureren Produkren bei 24H-Hosting besser ist.